Das Narrenschiff

Eine illustre Runde also, die da plant, „den geschlossenen Hafen zu passieren, mit den Fischern auf Fischfang zu gehen, in den Krankenhäusern zu helfen und in den Schulen zu arbeiten“. Die Hamas dürfte die Ankunft der rührigen Boat People schon sehnsüchtig erwarten. Denn um Fischer, Schulen, Krankenhäuser etc. kann sie sich gerade nicht kümmern, weil sie vollauf mit anderen Dingen beschäftigt ist, vor allem damit, die Konkurrenz von der Fatah fertig zu machen, die sich umgekehrt ebenfalls nicht zweimal bitten lässt. Deshalb wird auch das Geld irgendwann mal knapp. Zwar sind die Palästinenser pro Kopf die größten Empfänger ausländischer Hilfe weltweit, aber die Kohle wird von ihren Führern halt dringend für Munition, Raketen und anderes scharfes Zeug gebraucht. Da kommt so ein bisschen Entlastung gerade recht, natürlich auch in propagandistischer Hinsicht.
Sollte Israel die Kähne stoppen, wird das Geschrei der Schiffsbesatzungen zweifellos groß sein. Dabei müssten die energischen Streiter gegen Hunger, Belagerung & Gefangenschaft nicht einmal unverrichteter Dinge wieder die Rückreise antreten, sondern ihr Engagement bloß in den Westsudan verlegen, wo es wirklich gebraucht würde. (Dass man da mit dem Schiff nicht ohne Weiteres hinkommt, wäre nicht das entscheidende Hindernis.) Warum aus „Free Gaza“ trotzdem niemals „Free Darfur“ werden wird? Weil man für die katastrophale Lage in Darfur nicht Israel verantwortlich machen kann. Der Mensch an sich, er ist eben doch nicht so edel, hilfreich und gut, wie er immer tut. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Hattip: Spirit of Entebbe