Do it again, Osram!

Außerdem wäre eine Meisterschaft der Münchner nur gerecht, schließlich hätten sie den Titel längst in der Tasche, ginge es mit rechten Dingen zu: Nie war es offensichtlicher als in dieser Spielzeit, dass das Geraune von den „Dusel-Bayern“, die überdies noch von den Schiedsrichtern bevorzugt würden, einem unausrottbaren Mythos folgt (auch wenn Jens Lehmann das erwartungsgemäß anders sieht). Folgt man der „wahren Tabelle“, dann litt nur Werder Bremen noch stärker unter Fehlentscheidungen der Referees als der FCB. Thorsten Kinhöfer hat zwar im letzten Spiel der Roten gegen Bayer Neverkusen fraglos ein bisschen Wiedergutmachung betrieben, aber diese joviale Geste kam, erstens, reichlich spät, und sie genügt, zweitens, bei weitem noch nicht. Ein vollkommen unberechtigter Elfmeter für die Bayern am letzten Spieltag in der 95. Minute, dessen souveräne Verwandlung durch Keeper Butt dem Rekordmeister in letzter Sekunde die Schale sichert – das wäre eine angemessene Kompensation. Leider hat Markus Merk seine Pfeife bereits in der Schublade verstaut.
Aber gut, das Leben ist kein Wunschkonzert und der Fußballgott oft genug ein faschistoides Subjekt mit üblen Launen. Nicht auszuschließen also, dass der Titel dorthin geht, wo man Kraft durch Freude hat, in Führers Stadion spielt oder „zum Wohl und aus Lieb zum Vaterland“ kickt. Wo sind eigentlich die Alliierten, wenn man sie braucht?