Grippegen

Das syrische Blatt, dessen Name mit Revolution zu übersetzen ist, fragt sich, „ob es sich bei dem von den Zionisten für ihre ‚ethnische Bombe’ gewählten Virus um die Vogelgrippe handelt“ – und gibt auch gleich die Antwort: Im Westjordanland seien 85.000 infizierte Vögel begraben worden, was zur Ansteckung eines Palästinensers aus Jerusalem mit dem Virus H5N1 geführt haben könnte. Und damit ist die Rassenkundelektion des in Damaskus erscheinenden Organs noch nicht zu Ende: „Auch wenn das Virus so modifiziert sein sollte, dass es nur die Gene der Araber spezifisch angreift, wird es sich über die arabische Welt hinaus verbreiten und zu einer unkontrollierbaren Pandemie werden.“
Und nun raten Sie mal, wer für die abgrundtief hinterfotzigen Zionisten das Versuchskaninchen in punkto Bazillenattacke abgegeben hat. Na? Richtig: Yassir Arafat. Der sei nämlich, so Al-Thawar, „mit Hilfe künstlicher Viren getötet“ worden, und „nur die Zionisten verfügen über derartige Mittel“.
Wenn also die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer nicht stattfinden kann, wissen Sie, bei wem Sie sich zu beschweren haben. Folgt man dem Spiegel, ist das übrigens gar nicht mal so unwahrscheinlich. Denn wie sie halt so sind, die Juden, haben sie da ein Biest kreiert, dass auch noch heimlich vor sich hin mutiert. Also werden wir hier wohl keine Fußball-Epidemie haben, sondern – wie die arabische Welt – eine Grippe-Pandemie. Das gibt nicht nur Al-Thawar dann vermutlich Stoff für neue antisemitische Verschwörungstheorien. Israel hat sich schließlich nicht für die WM qualifiziert.