Notdürftige Helfer

Darauf dürften zumindest die Hauptfinanziers der Palästinensischen Autonomiebehörde letztlich setzen, wenn sie jetzt aus gutem Grund ihre Gelder zurückhalten. Aber es muss doch noch Menschen auf dieser Welt geben, die echte Solidarität zeigen! Und nicht bloß bei den notorischen Judenhasservereinen in Europa wie der Antiimperialistischen Koordination (AIK) in Wien, die die Hamas zu so etwas Ähnlichem wie bilateralen Verhandlungen einladen will. Sondern auch bei den arabischen Brüdern und Schwestern, die doch bei jeder Gelegenheit wortgewaltig beteuern, wie sehr sie auf der Seite des palästinensischen Volkes stehen. Aber in punkto „Alternativ-Hilfszusagen“ (Deutsche Welle) sieht es bei denen gerade ziemlich schlecht aus:
„Die arabischen Außenminister einigten sich kürzlich bei der Arabischen Gipfelkonferenz in Khartum (Foto oben) auf monatliche Hilfen in Höhe von 55 Millionen Dollar. Qatar hat nun 50 Millionen im Monat zugesagt, hierbei aber seinen Anteil an der in Khartum vereinbarten Summe eingerechnet. 50 weitere Millionen (möglicherweise gar 100 Millionen) will der Iran beisteuern, sonst aber fehlt es an offiziellen Zusagen aus den arabischen und islamischen Ländern der Region.“

„Viele Versprechen bleiben Papier und werden nicht in klingende Münze umgewandelt. Sie werden in erster Linie aus propagandistischen Gründen gemacht, so wie der Aufruf in Algerien, das Land solle eine Tagesproduktion an Erdöl den Palästinensern zur Verfügung stellen. Oder die Aufrufe an die Bevölkerungen der arabischen und islamischen Staaten, für die Palästinenser zu spenden.“

„Als erster hochrangiger Politiker der Europäischen Union hat der künftige italienische Ministerpräsident Romano Prodi (Foto rechts) mit dem palästinensischen Regierungschef Ismail Hanija von der radikal-islamischen Hamas-Bewegung telefoniert. [...] Das Büro Hanijas teilte mit, der palästinensische Regierungschef habe Prodi für das Telefongespräch gedankt und ihn gebeten mitzuhelfen, dass die Kontakt- und Finanzsperre des Westens gegen die neue palästinensische Regierung aufgehoben wird.“Wenn der Oskar Lafontaine das mitbekommt, wird er sicher auch gleich zum Hörer greifen. Zumal jetzt, da er seinen geplanten Iran-Besuch verschieben musste, „nachdem aus Teheran bis zum Osterwochenende keine konkreten Vorschläge für ein Besuchsprogramm vorlagen“. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und vielleicht ist später sogar „ein Gespräch mit Irans Präsident Mahmud Ahmadinedjad“ drin. Mit dem kann der Oberlinksparteinik dann sicher auch ganz intensiv „Informationen über die ‚verschiedenen Kräfte’ im Iran sammeln“. Einstweilen muss es der Austausch mit der Hamas tun.
Die jedenfalls würde sich darüber gewiss einen Sprengstoffgürtel um den Bauch freuen. Und dass Lafontaine kneift, ist nicht zu erwarten; schließlich gilt es ja, Schnittmengen zwischen seiner Linken und dem Islam zu eruieren, dessen Anhänger so gebeutelt sind. Ein Silberstreifchen für sie ist jedoch auch aus einem anderen Teil Europas zu vermelden:
„Ein britisches Gefängnis baut seine neuen Häftlingstoiletten künftig so, dass moslemische Gefangene auf dem Klo nicht Richtung Mekka sitzen müssen. Das Londoner Brixton-Gefängnis erhalte zwei neue Toilettenblocks, bei deren Bau ‚alle Religionen berücksichtigt’ würden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Donnerstag. Geistliche Führer hätten den Behörden zuvor mitgeteilt, dass es für moslemische Gefangene nicht zumutbar sei, in Richtung der heiligen islamischen Stätte zu sitzen, während sie das Örtchen benutzen.“Ein echter Friedensdienst also. Der außerdem gute Chancen auf Platz drei bei den Wahlen zum Parolenparlament hat: Nach „Ficken für den Frieden“ und „Saufen gegen Rechts“ käme dann „Kacken für Mekka“. An die Urnen!
Hattips: Gesine, Doro & Jonny