26.4.06

Wider ein zweites 1936!

Während der deutsche Innenminister dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedjad bei der Weltmeisterschaft im Sommer ein guter Gastgeber sein will und sein Staatssekretär – ein vormaliger BND-Präsident – mit den Mullahs bereits Details verhandelt, wie etwaige Gegner einer solchen Stippvisite am effektivsten zu bekämpfen sind, hat das Simon Wiesenthal Center eine Protestaktion ins Leben gerufen, mit der die FIFA aufgefordert wird, einen Besuch Ahmadinedjads zu unterbinden. Ob sich die Fußball-Uno dazu durchringen kann, ausnahmsweise einmal nicht Israel zu attackieren, sondern etwas Sinnvolles zu tun, sei dahingestellt. Dem Weltfußballverband zu verdeutlichen, dass man einen eliminatorischen Antisemiten und Holocaustleugner für eine unerwünschte Person hält, ist gleichwohl eine gute Idee.

Lizas Welt
hat den englischsprachigen Aufruf und das Protestschreiben an den FIFA-Präsidenten Joseph Blatter ins Deutsche übersetzt.


Am Holocaust-Gedenktag: Verhindert den Besuch des iranischen Präsidenten bei der Weltmeisterschaft in Deutschland!

Während heute, am Holocaust-Gedenktag*, Millionen Menschen auf der ganzen Welt der sechs Millionen Juden gedenken, die von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden, gibt es einen Führer, der sich der Vollendung von Adolf Hitlers Vision verschrieben hat.

61 Jahre nach dem Ende der Shoa ruft Irans Präsident Mahmud Ahmadinedjad zur Vernichtung Israels auf, wie er auch fortwährend das jüdische Volk verunglimpft und den Nazi-Holocaust als „Mythos“ bezeichnet.

In dieser Woche startete das Simon Wiesenthal Center umgehend eine Protestaktion, nachdem es von den Plänen des iranischen Präsidenten erfuhr, der Weltmeisterschaft in Deutschland im Juni beizuwohnen. Wir bitten Sie, sich unserer Kampagne anzuschließen und sie zu unterstützen. Es muss verhindert werden, dass der Präsident des Iran Ehrengast bei einem der prestigeträchtigsten Sportereignisse der Welt ist.

Der iranische Präsident setzt seine gefährliche und aufhetzende Kampagne gegen Israel und die Juden fort, während er zur nuklearen Bewaffnung des Iran drängt. Die internationale Gemeinschaft muss zeigen, dass eine solche Politik Konsequenzen hat. Wenn es Ahmadinedjad erlaubt wäre, bei der Weltmeisterschaft vom VIP-Bereich zu sitzen, würde das bittere Erinnerungen an die Olympischen Spiele 1936 heraufbeschwören, als sich die Führer des Dritten Reichs in Berlin im VIP-Bereich aufhielten – ein Schritt, der ihnen Gestalt und Anerkennung in der Welt verschuf.

Ironischerweise wird die iranische Nationalmannschaft im Nürnberger Stadion spielen, nur einen Steinwurf entfernt vom Ort der ersten Naziaufmärsche. Und während Nürnbergs Bürgermeister hofft, den Besuch verhindern zu können, bereitet er die Stadt auf Demonstrationen für Ahmadinedjad und auf Aufmärsche von Neonazis vor, die einen Geistesverwandten aus Teheran begrüßen zu können hoffen.

Bitte unterstützen Sie uns dabei, den Präsidenten des Weltfußballverbands FIFA, Herrn Joseph S. Blatter, zu drängen, Präsident Ahmadinedjad vom Besuch der Spiele auszuschließen, solange er nicht seine Äußerungen zurückzieht, mit denen er den Nazi-Holocaust leugnet und zur Auslöschung des Staates Israel aufruft.

Ahmadinedjads Besuch wäre eine Schändung der Erinnerung an die von den Nazis ermordeten Juden, würde ihr Leiden verhöhnen und nur das gefährliche iranische Regime ermutigen.

Geben Sie heute unserer dringenden Kampagne Ihre Stimme. Wenn Sie hier klicken, schicken Sie einen Brief direkt an Herrn Joseph Blatter, mit dem Sie ihn auffordern, etwas zu unternehmen. Wenn Sie die Petition unterschrieben haben, leiten Sie sie bitte an Ihre Freunde, Familie und Kollegen weiter.

Bitte helfen Sie dabei, diese eilige Kampagne zu unterstützen. Ihr Beitrag wird uns behilflich sein, unsere äußerst wichtige Arbeit in Ihrem Interesse fortsetzen zu können.


Der Brief an den FIFA-Präsidenten: Verhindern Sie den Besuch des iranischen Präsidenten bei der Weltmeisterschaft!

Herrn Joseph S. Blatter
Präsident der Federation Internationale de Football Association

Ich schließe mich dem Simon Wiesenthal Center an und bitte Sie in Ihrer Funktion als Präsident der FIFA, den Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedjad bei der kommenden Weltmeisterschaft in Deutschland in diesem Juni zu verhindern.

Der iranische Präsident hat öffentlich die Zerstörung Israels gefordert und ist ein erklärter Holocaustleugner, der den Nazi-Holocaust als „Mythos“ bezeichnet hat. Die internationale Gemeinschaft des Sports darf es einer solchen Person nicht erlauben, im VIP-Bereich eines der prestigeträchtigsten Sportereignisse der Welt zu sitzen. Seine Anwesenheit würde schmerzhafte Erinnerungen an die Olympischen Spiele 1936 in Berlin hervorrufen, als Führer des Dritten Reiches im VIP-Bereich saßen – ein Schritt, der ihnen Gestalt und Anerkennung in der Welt verschuf.

Es wäre in der Tat ein Witz, wenn die FIFA es passend fände, Israel für einen Luftangriff auf ein leeres Fußballfeld im Gazastreifen – das von Terroristen zu Trainingszwecken benutzt wurde – zu verurteilen, es ihr aber die Stimme versagen würde, wenn es um den Protest gegen einen Förderer des Genozids und Holocaustleugner geht, der im VIP-Bereich der Weltmeisterschaft Platz nehmen will.

Auch wenn die letzte Entscheidung, Präsident Ahmadinedjad nach Deutschland einzuladen, nicht die der FIFA war, ist es äußerst wichtig für eine Organisation, die der Fairness und Gleichheit verpflichtet ist, sich aus dieser Frage nicht herauszuhalten. Ein Schweigen wird diesen gefährlichen Demagogen nur weiter ermutigen.

Handeln Sie jetzt!

* Yom Ha’Shoah, dieses Jahr am 25. April