Israel forces defence

Fortgesetzt wird dieser Kurs nun gegenüber der Hizbollah, deren unaufhörliche militärische Attacken Israel ebenfalls pappsatt hat; die Entwaffnung der Terrororganisation ist das Ziel der militärischen Verteidigung gegen eine Organisation, die nach der Liquidation von Juden im Allgemeinen und Israels im Besonderen trachtet. Und da geht ein Aufschrei durch Old Europe sowie – was man wohl zu befürchten hatte – durch die Medien eines seiner wichtigsten Protagonisten: „Israel greift an zwei Fronten an“ (Süddeutsche Zeitung), „Angriffe auf Touristenziele im Libanon“ (FAZ), „Freie Fahrt fürs Militär“ – das israelische, versteht sich – (taz), „Israels Angriffe lähmen den Libanon“ (Frankfurter Rundschau) oder „Israelische Militäroffensive: Sündenbock Libanon“ (WDR) schlagzeilt es allenthalben. Europäische Politiker wie der französische Präsident Jacques Chirac („völlig unverhältnismäßig“) oder die deutschen Minister Frank-Walter Steinmeier („Destabilisierung des Libanon“) und Heidemarie Wieczorek-Zeul („völkerrechtlich völlig inakzeptabel“) sekundieren unterdessen. Und in der UNO sorgen sich einmal mehr nur die USA um Israel und verhindern die x-te Resolution, die es verurteilt und die islamistischen Terrorangriffe noch nicht einmal zur Kenntnis nimmt. Dabei geht es sowohl der Hamas als auch der Hizbollah und darüber hinaus beispielsweise auch den Al-Aqsa-Brigaden und dem Islamischen Djihad um nichts weniger als darum, den „historischen Sündenfall“ (Henryk M. Broder im Spiegel) rückgängig zu machen: „Nicht die Besetzung der 1967 eroberten Gebiete, sondern die Gründung Israels im Jahre 1948“. Und um es noch einmal denjenigen zu erwidern, die meinen, der Terror sei bloß eine Reaktion auf qualvoll erlittene Benachteiligung:
„Man muss sich auch von der Illusion verabschieden, es sei die Aussichtslosigkeit auf ein normales Leben, die zur Verzweiflung führe und Gewalt erzeuge. Das Gegenteil ist der Fall. Wann immer sich in der jüngsten Vergangenheit eine Chance auftat, den Kreislauf der Gewalt zu unterbrechen, schickten die Hamas, die Hisbollah, der Djihad oder die Al-Aksa-Brigaden ihre Selbstmordkommandos nach Israel. Man konnte die Uhr danach stellen: Stand der Abschluss eines Teilabkommens zwischen Israel und der PLO oder der Besuch eines internationalen Vermittlers auf der Agenda, mussten gleich zerfetzte Leichen aus ausgebrannten Bussen geborgen werden.“

„Egal, welche innenpolitischen Motive Premierminister Olmert und seine Falken dazu bewogen haben, sich wie ‚Schurken’ zu verhalten – aber sie tun es. Nicht Syrien, nicht Iran, nicht Nordkorea – keiner der üblichen Verdächtigen hat seine Grenzen überschritten und die seiner Nachbarn verletzt, es ist Israel. Ausgerechnet Israel!“Ein Land also, das doch nicht nur nach Auffassung eines westdeutschen Rumfunkers wissen müsste, dass es erbsündigt:
„Die Frage ist: Wer bringt Herrn Olmert zur Vernunft, bevor der Überfall in einen Krieg mündet, der nicht nur den Nahen Osten erschüttern, sondern die Welt erneut spalten kann. Ein westlicher Diplomat bemerkte neulich, Israel glaube immer noch, Anspruch auf die Sympathien des kleinen David mit der Steinschleuder zu haben. Und merke nicht, dass es längst als aggressiver Goliath wahrgenommen wird. Wer sagt es Herrn Olmert?“Und wer sagt Herrn Hanefeld, welch ressentimentgeladenen Unsinn er über den Äther schickt? Am treffendsten Henryk M. Broder:
„In dieser asymmetrischen Situation, in der die Terroristen alles dürfen, Israel dagegen gemahnt wird, sich an das Völkerrecht zu halten und nicht ‚zu überreagieren’, kann es eine angemessene, maßvolle und richtige Reaktion nicht geben. Auch dann, wenn Israel auf einen Terroranschlag nicht reagiert, geht der Terror weiter. Die Kassam-Raketen werden nicht von Abschussrampen, sondern aus den Hinterhöfen inmitten bewohnter Gebiete abgefeuert. Kommen bei einem israelischen Angriff Zivilisten ums Leben, heißt es: Die Israelis greifen zivile Ziele an.“

„Liebe palästinensisch-arabische Brüder, der Krieg mit Israel ist vorbei, ihr habt verloren, ergebt euch und fangt an, über eine sichere Zukunft für eure Kinder zu verhandeln. [...] Was für ein Kampf ist das? Ist er es wert, dass er geführt wird? Was für eine elende Zukunft bringt er euren Kindern, der vierten und fünften Generation der Habenichtse unter den Arabern? Wir, eure Brüder, sind schon weiter. Diejenigen von uns, die mit Öl Geld gemacht haben [...], bauen Universitäten und Schulen. Diejenigen, die Grenzen mit Israel haben [...], werden für euch nicht in den Krieg ziehen. Und denjenigen, die weit weg leben, ist es egal, was mit euch passiert.“Es ist der Ausbruch aus dem nationalen Kollektiv, der die Voraussetzung dafür bietet, etwas anderes denken zu können als die Perspektive namens Jenseits. Das ist ein individueller Schritt, der jedoch lebensgefährlich ist, wenn er das Stadium der Vereinzelung nicht überwinden kann, und der daher größtmöglicher Unterstützung bedarf. Einer Unterstützung jedoch, die kaum jemand zu leisten bereit ist. Die scharfe Kritik an Israel, die trotz der obligatorischen gegenteiligen Beteuerungen eine Delegitimation bedeutet, bewirkt das Gegenteil. Aber das ist vermutlich auch so beabsichtigt.
Hattips: Mona Rieboldt, ILI, Spirit of Entebbe